Mittwoch, 27. April 2011

Rio de Janeiro (und die Wochen davor)

Wow ist mein letzter Blogpost lange her, ist echt mal wieder an der Zeit mich zu melden, hehe. Die letztens Wochen vergingen aber auch wie im Flug.

Wo wir gerade bei Flug sind: Letztens war hier eine Flugshow in meiner Strasse, mit Modelflugzeugen die Muster und Buchstaben und sowas in den Himmel geflogen haben, das war eigentlich richtig schoen.




Und da hier in meiner Kleinstadt nie was los ist, war das ein kleines Highlight und es war so ziemlich JEDER dort, die ganze Strasse ueberfuellt. War aber sehr witztig, und danach sind wir noch zu mir nach Hause ein bisschen schwimmen.



Abends in der Innenstadt, erst essen, dann bisschen im Auto rumfahren (das faellt in die Kategorie "Aktivitaeten aus Mangel an Beschaeftigungsmoeglichkeiten" der Jugend hier :D:D:D), dann Disko. 


Das auf dem Foto hier ist Pastel, aus so einer Art Bar wo wir immer essen gehen. Ist aber insgesamt ein relativ bekanntes Essen in Brasilien, meine Mutter macht es oefters Zuhause, ich hab's sowohl im Sueden als auch in Rio gegessen usw. Relativ geschmacksloser Teig wird mit entweder herzhaftem oder suessem Zeugs gefuellt und dann frittiert. Seehr gut. (:


Das war dann spaeter in der Disko.

Hier gibt es auch JEDE JEDE JEDE Menge alte und klapprige Autos. Dass man dann manchmal zufuss heimgehen muss, weil der Kaefer den Berg nicht schafft, ist dann schon normal.




Trotzdem cooles Gefuehl in so einem aniken klapper-fuska (fuska=kaefer auf portugiesisch) zu fahren ^^.

Die Woche darauf haben wir Freitag alle bei einer Freundin uebernachtet (und ich so mehr oder weniger Gitarre spielen gelernt) Samstag Nachmittags dann ganz viel Sonne getankt und abends in die Pizzeria und noch ein bisschen in der Stadt rumlaufen. Auf den ersten Blick scheint es sowieso total witzig, dass sich hier alle megamaessig schick machen, nur um sich dann Samstagabends mit ein paar Freunden wie Penner an den Strassenrand zu setzen und zu betrinken. Aber wie ich schon oben erwaehnt hatte, es gibt einfach nicht so viele Sachen die man unternehmen koennte, und da sich schick machen ja soviel Spass macht greift Brasilianerin dann auch jede Moeglichkeit dazu auf.



Ach ja: Ich gehe uebrigens jeden Sonntag 2x in die Kirche! Morgens mit meiner Familie und abends mit einer Freundin in eine Art Jugendkirche. Morgens das ist relativ einschlaefernd, aber diese Jugendkirche abends ist richtig cool. Erst tanzt man ne' halbe Stunde affige Taenze zu irgendwelchen Kirchenliedern und dann bespricht man Probleme die einem im Leben so begegnen.. Das ich trotz dieses uebermaessigen Kirchenbesuchens (in Deutschland bin ich so ungefaehr 1x im Jahr gegangen) einen Glauben zu Gott noch nicht gefunden habe, grenzt ja an ein kleines Wunder (oder ist einfach der Beweis, dass Gott in meiner Welt wohl nie existieren wird). Aber ich mag es in die Kirche zu gehen. Ich mag es mich hinzusetzen und ein bisschen ueber mich und mein Leben nachzudenken. Ich mag es diese Lieder zu singen und zu tanzen, egal wie affig es aussieht; und ich mag es, gesellschaftliche und persoenliche Probleme zu besprechen. Sowieso werden da viele Themen behandelt, die fuer alle wichtig sind, egal ob man jetzt an Gott, heiligen Geist, Propheten, Leben nach dem Tod, etc. glaubt oder nicht.



Und letzte Woche, an dem schoenen verlaengerten Osterwochenende, ging es fuer mich nach Rio de Janeiro. Nach einer 13-stuendigen Busfahrt kamen wir Donnerstagmorgens ziemlich uebermuedet an (ich habe noch nie in einem so schlapprigen Reisebus gesessen). Da der Reiseleiter aber irgendwie der Meinung war es koennte an den naechsten Tagen noch regnen, wurde Donnerstag das volle "Rio-Pflicht-Programm" durchgezogen. (-> das heisst rauf auf Christus und Zuckerhut)





Um zu dem Cristo hochzukommen, mussten wir ne' gute Stunde in praller Hitze Schlange stehen. Ich war etwas entaeuscht von der Statue, irgendwie wirkt die auf Fotos viel groesser als in echt :p. Es hat sich aber trotzdem gelohnt, der Blick auf Rio war naemlich atemberaubend, und diese Stadt ist wirklich wunder, wunderschoen.

Als wir vor dem Zuckerhut nochmal 1 1/2 Stunden warten mussten waren ich und meine Fuesse dann schon etwas genervt, vor allem war es als wir dann endlich oben waren schon so dunkel, dass man nur noch schwarz und Lichter gesehen hat.




Was mir dann den Tag gerettet hat war dieser Aufkleber, der mir auf einem Klo da oben begegnet ist:


Ihr glaubt garnicht, wie sehr man sich ueber irgendetwas freut, was einem hier auf deutsch begegnet. :D:D Naja um mit der Gondel wieder herunterzufahren mussten wir dann nochmal ne' Stunde anstehen.

Am Freitag sind wir dann morgens relativ frueh aufgestanden und mit dem Taxi zu einem anderen Hotel in Ipanema gefahren, wo wir gefruehstueckt haben. Mein Highlight der gesamten Reise: ES GAB DORT DEUTSCHES VOLLKORNBROT! Ahhh, das war so gut! Und da es ausser mir keinem geschmeckt hat hab' ich auch fast alles davon gegessen, der Rest des Buffets war eher uninteressant.

Danach sind wir in Ipanema an den Strand, und haben da den ganzen Tag lang gechillt.



Mit dem Bus zurueck zur Pension und abends noch ein bisschen an der Copacabana spazieren.


Samstagmorgen hab' ich mich wieder im Hotel mit Vollkornbrot vollgestopft und bin trotz schon vorhandenen Sonnenbrands vormittags an den Strand.



 Nachmittags sind wir dann in ein Shoppingcenter, haben zu Abend gegessen und dann gings in das "Casa de Samba" (=Haus des Sambas)



Sonntag morgen ausschlafen, danach bin ich mit so ein paar Leutchen zur Lagoa, einer Art See in der Mitte von Rio gelaufen. Wir sind ein bisschen Tretboot gefahren.



Und danach bin ich (trotz der Tatsache, dass ich schon total total erkaeltet war) nochmal an der Copacabana baden gegangen, es waren soooo schoene hohe wilde Wellen :). Nach dem Mittagessen hiess es dann auch schon Koffer packen und nach Hause fahren. Im Bus hat die Grippe mir dann richtig zugesetzt, ich war nur am Niessen und Husten, Kopfschmerzen, Halsschmerzen usw. Jeder hat versucht sich fern von mir zu halten um sich nicht anzustecken =D. Aber eigentlich war das garnicht so schlecht, so konnte ich naemlich einen Doppelsitz fuer mich ergattern und wenigstens einigermassen schlafen.

Gestern morgen sind wir dann, nach ein paar Staus, so gegen 6 Uhr angekommen. Meine Gastmutter wollte mich noch ueberreden schnell zu duschen und um halb 7 in die Schule zu gehen, aber ich bin einfach nur noch muede ins Bett gefallen. Besser gemuetlich im Bett schlafen als unbequem auf einem Stuhl in der Schule, oder?

Das einzig wirklich nervige ueber meinen Wochenendtrip nach Rio ist dass mein Foto kaputt gegangen ist. Erst hat der Display aufgehoert zu funktionieren (dabei ist der Foto mir nicht mal runtergefallen), und ich habe praktisch "blind" fotografiert; und dann hat der Reiseleiter ihn nochmal mit offenem Objektiv voll in den Sand fallen lassen. Das hat dann versucht sicht selbst zu schliessen, es hat so richtig schoen geschleift, und naja, ab dem Zeitpunkt war der Foto so richtig hin. Werde wohl oder uebel mein Geburtstagsgeld in eine neue Kamera investieren.

So, wer es bis hierhin geschafft hat zu lesen: Parabéns! 
Das war es soweit mit meinen Neuigkeiten, ich melde mich spaetestens nach Amazonien wieder.

Beeeeijos

Mittwoch, 6. April 2011

Acht Monate, krank sein, Rodeo und Ostereier

Hey ho,

es ist ja schon April! Und seit gestern sind es 8 Monate in Brasilien :) Wenn ich an euch Zuhause denke, fuehlt es sich kuerzer an. Wenn ich an alles was ich hier erlebt und gelernt habe denke, fuehlt es sich an wie zwei Jahre oder so.

Aber gut, nach meiner Reise nach Foz do Iguaçu habe ich eigentlich nichts wirklich bemerkenswertes mehr gemacht. Bin zur Schule gegangen und so. Letzte Woche war ich krank, ziemlich stark erkaeltet, und nachdem Hustensaft und im Bett rumliegen nach 3 Tagen immer noch keine Besserung zeigten sind wir zum Arzt. Dort wurden ein paar Bluttests gemacht, das ganze hat sich als bakterielle Infektion herausgestellt. Ich habe eine Spritze bekommen und nehme Medikamente und mittlerweile bin ich auch wieder topfit. Was mir bei Aerzten hier in Brasilien aufgefallen ist: Sie sind vieeel gechillter als deutsche Aerzte. Also man muss im Wartezimmer zwar auch meistens lange warten, aber das liegt dann nicht daran, dass der Arzt einen ueberfuellten Terminkalender hat, sondern dass er gerade noch einer seiner Patientinnen mit Knieproblem bis ins Detail ueber die Babykaetzchen erzaehlen muss, die die Enkelin seiner Nachbarin vor einer Woche auf dem Hof von Onkel Ferdinand in der Nachtbarstadt gefunden hat. Aber irgendwie ist das liebenswert. Als ich dann drann war hat er mich auch etwa 5 Minuten untersucht und dann haben wir noch ne' halbe Stunde ueber kultuelle Unterschiede und sowas gesprochen.

Ansonsten war letzte Woche noch Rodeo in Itajobi.

Es war super, super, super gut. Ich kann nicht glauben, dass ich beim naechsten Rodeo in NH schon wieder in Deutschland sein werde :(

Dann hat mein Vater von seiner Arbeit noch ein Osterei bekommen, und das war so gross, das ich einem Foto damit nicht wiederstehen konnte.
An Ostern soll es dann noch groessere geben.

Bis bald!
Kuesschen

Freitag, 18. März 2011

Foz do Iguaçu

Hey Leute,

ich bin gerade von einer unglaublich tollen Reise in den Sueden Brasiliens, nach Foz do Iguaçu, wiedergekommen. Wir waren etwa 50 Austausschueler aus den unterschiedlichsten Laendern, alle super nett und weltoffen.


Die Wasserfaelle:



Auf einer Safari:


Die Deutschlandflagge immer mit dabei:




In einer Art Vogelpark:



Gruppenfoto:



Dreilaendereck (Paraguay-Argentinien-Brasilien):


Itaipu, das groesste Wasserkraftwerk der Welt:


Und sich einfach unendlich frei fuehlen:


Diese 3 Tage waren mit die Schoensten meiner Zeit hier in Brasilien, und ich kann es nun kaum erwarten in die laengere Austauschschuelerreise nach Amazonien zu starten.

Bis bald, beijinhos!